Zimmer, Klaus Dieter
No land
Urbane Fotografien
88 S., 71 Farbabb. [2005] EUR 16,–
ISBN 3 85449 234 0

Kenneth Noland, US-amerikanischer Maler der Gruppe »Washington Color Painters«, entwickelte Anfang der 60er Jahre mit geometrischer Farbtonalität eine Gegenposition zur Pop-Art. Durch Acrylfarben auf nicht grundierter Leinwand erhielten Figur und Untergrund eine gleich starke Bedeutung. Für die formalistische Kunst damals waren alle Veränderungen im Kompositionsschema von enormer Wichtigkeit.

Noland war für den Maler Klaus Dieter Zimmer eine Leitfigur in der Findung neuer Bildideen in der nichtfigürlichen Malerei. In den ›Layouts‹ von Kraftfahrzeugen, die im urbanen Raum mobile Bilder erzeugen, entdeckte der in Österreich lebende Künstler spannende Parallelen zu dessen Werk. In einer fiktiven Geschichte lässt er den Amerikaner einen Tag durchs Wien der 70er Jahre streifen und Zimmers fotografische Arbeit antizipatorisch ›erledigen‹:

»Nein, dachte sich Noland, als er die Gangway betrat und Österreich in dem Moment hinter sich ließ. ›Ich werde der Galerie ein paar Fotos schicken, dann verstehen sie vielleicht meine gestrige Abwesendheit.‹
Noland hatte kein einziges für Wien typisches Foto geschossen, sondern nur Arbeitsfotos, Stromlinien-Bilder von Reisebussen, Lieferwägen, Pkws und anderen Vehikeln. Die Örtlichkeit war nicht klar auszumachen. Man konnte nur anhand diverser Schriftzüge an den Fahrzeugen, aber insbesondere an den umliegenden Geschäften, ein deutschsprachigen Raum ausmachen. Irgendwo zwischen Russland und Frankreich.«