Herbert J. Wimmer
Nervenlauf
Die Tücken der Objekte
144 S., [2007] € 16,–
ISBN 978 3 85449 268 9


»Ich bin von der Bizarrheit dieser kurzen Texte entzückt!« Ernst Jandl

Alle haben es mit dem Alltag zu tun und die meisten erwecken den Eindruck, als würden sie mit ihm fertig. Ja, man kann sogar sagen, die Scheinsouveränität gegenüber dem Alltag und seinen Gegenständen bestimmt den Charakter der Kultur: Sie ist eine Kulturheuchlerei.
Gegen diese Heuchelei unternimmt Herbert J. Wimmer einen literarischen Feldzug. Er sagt, was der Alltag in Wahrheit ist: eine Riesenmaschine, aus Kleinigkeiten bestehend und im ganzen niederschmetternd. Es ist unmöglich, diesem Alltag so etwas wie Menschlichkeit einzuhauchen, und es ist ein Irrtum zu glauben, dieser Alltag wäre dem Menschen zu Diensten. »Das Objekt lauert«, sagt Wimmer mit den Worten des Philosophen Friedrich Theodor von Vischer. Aber es fragt sich, wer denn überhaupt das Objekt ist – der Mensch oder die Dinge?
Herbert J. Wimmer, der die Traditionen der Wiener Avantgarde aktualisiert, zeigt, dass der Mensch in seinem Nervenlauf durch den Alltag zum komischen Selbst-Darsteller wird. Slapstick ist die Kunst, mit der der Autor das klarmacht, und wie jede gute Slapstick-Komödie hat auch Wimmers Buch den ernsthaften Hintergrund der zivilisatorischen Tragikomödie, in der sich die Mittel wie Zwecke aufführen.

Herbert J. Wimmer, geb. 1951 in Melk, lebt als Schriftsteller in Wien. Arbeiten für Rudfunkanstalten sowie literatur- und filmkritische Schriften, fotografische Arbeiten. »Herbert J. Wimmer weiß, dass Schrift sich herstellen lässt, und er zeigt sie als etwas Hergestelltes. Gegenstände zum Angreifen, die aber keine angreifbaren Gegenstände sind.« (Elfriede Jelinek)