Mark Gilbert / Wolfgang Niederwieser / Hans Hinterholzer (Hg.)
sprache der strasse
untersuchungen alternativer urbanismen
100 S., ca. 150 Abb. [2006] EUR 15,–
ISBN 3 85449 253 7


Kunst im öffentlichen Raum

»Identität gehört zu den wichtigsten Tatsachen einer Stadt. Die Straße ist nicht nur die Sphäre aggressiven Verkaufs, sondern auch der Ort, an dem Individuen jene Identitäten ausleben, die nicht gekauft und nicht verkauft werden können.« Mark Gilbert

In den gründerzeitlichen Vierteln der gegenwärtigen europäischen Städte verlieren die Straßenräume zunehmend an Bedeutung: Zum einen wandert die Geschäftsnutzung in Einkaufszentren ab, zum anderen führen sowohl Neubau als auch Sanierung zur Verödung der Erdgeschoßzonen. Die Frage, was man diesem Qualitätsverlust entgegensetzen kann, wird zudem von essentiellen sozio-demographischen und sozio-ökonomischen Entwicklungen beeinflusst wie die älter werdende Gesellschaft, der Wandel des Arbeitsmarktes und die Zunahme sozio-ökonomischer Ungleichheit. Die Schönbrunner Straße in Wien-Margareten entspricht diesem Muster einer schrumpfenden, sterbenden Geschäftsstraße, einer „shrinking street“.
Das Projekt making it 2/sprache der strasse setzte auf eine offensive Gegenstrategie: Ein Jahr lang wurden Lokale in der Schönbrunner Straße mit unterschiedlichen künstlerischen Konzepten bespielt. Die »Implantierungsinitiative« setzte Impulse für neue Aktions- und Interaktionspunkte sowie Kraftorte für Kreativität und Wirtschaftsaktivitäten – mit dem Ziel einer dauerhaften Aufwertung der Straße. sprache der strasse gibt einen Überblick über die neun Projektergebnisse und liefert einen neuen, spannenden Beitrag zur Diskussion über Stadterneuerung und alternative Urbanismen.


Mit Beiträgen von: assocreation, ballesterer, ilabor, in_between:architektur, sammer_streeruwitz, studio margariten, rain, raumspray und einer Einführung von Rbert Temel