Andreas Puff-Trojan
SchattenSchriften
Deutschsprachige und französische Avantgarde-Literatur nach 1945
340 S., zahlreiche Abb., Hardcover [2008] € 25.-
ISBN 978 3 85449 280 1

»Die Avantgarde ist in den Schatten getreten, aber ihre Myzele bestimmen weiterhin unsere Vorstellungen von Literatur. Andreas Puff-Trojan legt dieses Geflecht frei und lenkt unseren Blick auf einen Reichtum der Beziehungen, der unserer verkitschten Gegenwart zu denken geben sollte.« Michael Krüger

»Mit welchen theoretischen und praktischen Ansätzen jeweils auf die noch vom Feuer versehrte «page blanche» der Zeitenwende geschrieben wird, zeigt Puff-Trojan in seinen undogmatischen, von der Philosophie gleichermassen wie von der Literaturwissenschaft kommenden Essays.«
Neue Zürcher Zeitung, 30. August 2008


Die Studie SchattenSchriften liefert erstmals eine umfassende Dokumentation deutschsprachiger und französischer Nachkriegsavantgarde und macht auf deren Bedeutung für das heutige Kunstver-ständnis aufmerksam.


»Man liegt nie wirklich mit einer Struktur des Lebens im Streit, ohne gleichzeitig alle Sprachformen zu kritisieren, die zu dieser Struktur gehören.« – Alle Künstler, die Andreas Puff-Trojan behandelt, würden diesen Satz Guy Debords wohl unterschreiben: die Autoren der Wiener Gruppe, der Konkreten Poesie, der Lettristen um Isidore Isou, der Situationisten um Debord, der Autorengruppierung Oulipo (= »Werkstatt für potentielle Literatur«), allen voran Raymond Queneau und Georges Perec, aber auch Autoren wie Ilse Aichinger, H. M. Enzensberger, Réné Char und Philippe Sollers.

Die Autoren der Nachkriegsavantgarde nehmen zwar mehrfach auf ihre Vorgänger Bezug, doch ihre Erfahrung ist eine andere: Den Zweiten Weltkrieg, Faschismus und Holocaust vor Augen erleben sie die Aufteilung der Welt in zwei Machtblöcke und die damit verbundene atomare Aufrüstung. Die Kubakrise von 1962 machte allen klar, daß die Welt ab nun auch unter dem Begriff »Auslöschung« zu bedenken ist. So sind die Begriffe »Auslöschung«, »effacement«, »Verschwinden«, »disparition«, die »page blanche« als weiße, unbeschriftete oder schon durch Feuer geschwärzte Seite durchgängige Leitbilder ihrer Schriften. Es sind SchattenSchriften.

Andreas Puff-Trojan, geboren 1960 in Wien. Studium der Germanistik, Philosophie und Logik. Universitätslektorate in Budapest und Paris. Privatdozent für allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Osnabrück, Lehrbeauftragter u.a. an der Ludwig-Maximilians- Universität München, Kulturjournalist. Zahlreiche Veröffentlichungen in deutscher und französischer Sprache. Bei Sonderzahl: Textwechsel (Mithg. und Autor), 1992; Wien/Berlin/Dada. Reisen mit Dr. Serner, 1993; Der Pfiff aufs Ganze. Studien zu Walter Serner (Mithg. und Autor), 1998.