
Halmer, Bernhard u. Krobath, Peter A.
Lexikon der Sabotage
Betrug, Verweigerung, Racheakte und
Schabernack am Arbeitsplatz
192 Seiten, [2008] € 18,–
ISBN 978 3 85449 295 5
Videomitschnitte der Lesung anlässlich der Präsentation des Buches:
1. Nekrophilie
2.
Klopapier
»Selten hat ein Buch einen derart kurzweiligen und doch vielschichtigen
Einblick in unsere Arbeitswelt geboten.«
Universum Magazin
»100 soziologisch durchaus aufschlussreiche Berichte aus deutschen,
österreichischen und schweizerischen Betrieben«.
Ö1 - Leporello
»… keine Robin Hood-Geschichten sondern Protokolle von kleinen Unrechten,
mit denen sich Menschen gegen ein tatsächliches oder vermeintliches Größeres
zu wehren versuchen. Die Sympathie bleibt fast immer bei den kleinen SaboteurInnen.«
planet
»ungesicherte Subversion und gesicherter Eigennutz paaren sich
hier auf das Niederträchtigste gegen ›das System‹.«
fm4
»Was die Geschichten verbindet ist der Irrsinn, welcher die Arbeitsgesellschaft
schon seit längerer Zeit heimsucht und in Zukunft wohl noch verstärkt
ausgeprägt sein wird.«
Sandammeer – Die virtuelle Literaturzeitschrift
»Es gibt unerlaubte Handlungen im (Berufs-)Leben, von denen durchaus geredet
wird – aber nur hinter vorgehaltener Hand. Was im privaten Jargon gerne
als Notwehr oder Heldentat umschrieben wird, ist juristisch gesehen nichts anderes
als Betriebskriminalität. Die Statistiken von Ermittlungsbehörden
und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften besagen, dass diese Form der Kriminalität
in Österreich und Deutschland in den letzten Jahren gestiegen ist. Im Speziellen
nehmen Unterschlagungs- und Diebstahldelikte am Arbeitsplatz deutlich zu, aber
auch Produktpiraterie und Industriespionage.
Aus der Sicht der Akteure stellen sich diese Sachverhalte meist entspannter
und oft auch amüsant dar. Die Rede ist vom notwendigen Aufbessern des Gehalts
in prekären Arbeitsverhältnissen; vom Reiz der unwiderstehlichen Gelegenheit;
vom Mitschneiden und Mitnaschen, weil es die anderen und ganz besonders »die
da oben« auch tun; von der zwar nicht erlaubten, aber legitimen Eigeninitiative
und der sozialen Rebellion; aber auch vom kindischen Unfug, sanften Verweigern,
cleveren Austricksen, kreativen Schabernack – nur wenn von der Rache am
Chef berichtet wird, kommt mitunter auch ein bitterer und ernsthafter Ton ins
Spiel.
Bernhard Halmer und Peter A. Krobath haben sich in den letzten Jahren umgehört
und zu Papier gebracht, was eigentlich nicht für die Öffentlichkeit
bestimmt ist. Naturgemäß konnten sie diese ganz anderen Erzählungen
aus der Arbeitswelt nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen. Doch
ob wahr, geschönt oder eine urban legend – das Lexikon der Sabotage
gibt einen spannenden und soziologisch interessanten Einblick in die psycho-soziale
Befindlichkeit von Arbeitnehmern und freien Mitarbeitern: Vom Tankwart zur Ärztin,
vom Polizisten zur Fitnesstrainerin, vom Meinungsforscher zum Schiffskoch, vom
Taxifahrer zur Biologin, vom Journalisten zur Buchhalterin, vom Installateur
zur Sexarbeiterin und vom Schlafwagenschaffner zur Flugbegleiterin kommen die
unterschiedlichsten Berufe zu Wort.
Peter A. Krobath, freier Autor und Wissenschaftsjournalist,
erwarb im 20. Jahrhundert Preise mit Arbeitswelt-Literatur (z. B. Max-von-der-Grün-Preisträger
1998), erregte im 21. Jahrhundert mit Kunstaktionen im Wiener Gemeindebezirk
Ottakring Aufsehen: »Wiener Absageservice« (2006 – Arbeitssuchende
wurden ermutigt, auf bedenkliche Stellenausschreibungen statt einer Bewerbung
eine Absage zu schicken), »Wellness für Loser« (2007), »Colonia
Catering« (2008).
Bernhard Halmer, Antiquar und Kunsthändler, Fotograf und
Radguide, arbeitet in Wien, Spanien und Südostasien. Handelt mit seltenen
Büchern und Kunstwerken, verkauft seine Energie und Geduld, erarbeitet
Trainingspläne und coacht Greenhorns über Berge und durch Dschungel.
Das alles wird, um es nicht zu vergessen, auch fotografisch festgehalten.