Reinhard Buchberger / Gerhard Renner / Isabella Wasner-Peter (Hg.)
Portheim: sammeln & verzetteln
Die Bibliothek und der Zettelkatalog des Sammlers Max von Portheim in der Wienbibliothek
248 S., 8 Farbtafeln und 49 s/w-Abb. [2007], € 25,–
ISBN 978 3 85449 277 1

500.000 handgeschriebene Zettel

»Sammeln und verzetteln« – diese Worte stehen für die Obsessionen Max von Portheims (1857–1937). Der Sohn aus wohlhabender Industriellenfamilie verfügte über die nötigen Mittel, sein ganzes Leben ausschließlich seiner Leidenschaft, der Geschichte des 18. Jahrhunderts zu widmen, wobei die Figur Josephs II. und die Epoche des Josephinismus im Zentrum seines Interesses standen. In mehr als vierzigjähriger Sammler- und Forschertätigkeit schuf Portheim in Wien ein einzigartiges »Kaiser-Joseph-Museum« mit einer Bibliothek von etwa 25.000 Bänden und rund 8.000 zeitgenössische Druckgraphiken.

Das eigentliche Lebenswerk Max von Portheims ist aber der nach ihm benannte Portheim-Katalog, eine Datenbank aus Papier, bestehend aus etwa 500.000 handgeschriebenen Zetteln, mit der Portheim nicht weniger versuchte, als das gesamte Zeitalter von 1740 bis 1792 inhaltlich zu erschließen. Der Katalog, der unter anderem einen Personenteil mit circa 350.000 Personennamen enthält, ist einer der größten seiner Art und in seinem enzyklopädischen Anspruch ebenso modern wie in seiner Komplexität aktuell: Nach wie vor ist Portheims Katalog die erste Anlaufstelle für Forscher, die sich mit dem Zeitalter der Aufklärung beschäftigen.

Anlässlich Portheims 150. Geburtstag widmet ihm die Wienbibliothek im Rathaus, in der sich der Großteil von Portheims Bibliothek sowie der Portheim-Katalog heute befinden, einen Sammelband, der sich nicht nur mit dem Phänomen Portheim auseinandersetzt, sondern darüber hinaus auch allgemeine Fragen zur Psychologie des »Sammelns und Verzettelns« sowie der Buchdruckgeschichte des ausgehenden 18. Jahrhunderts behandelt.

Beiträge von: Ernst Strouhal, Markus Krajewski, Isabella Wasner-Peter, Reinhard Buchberger, Sylvia Mattl-Wurm, Gerhard Renner, Karl Ulz, Michael Wögerbauer, Christopher Frey und Otmar Seemann.