
Evelyne Polt-Heinzl
Einstürzende Finanzwelten
Markt, Gesellschaft & Literatur
192 S., engl. Broschur
Format: 13,5 x 21 cm
€ 18,–
ISBN 978 3 85449 322 8
»Die
Literatur war immer schon der größte Krisengewinnler. Doch so klug,
akribisch und eloquent wie in dieser Darstellung wurde das noch selten dargetan:
ein Buch, das zeigt, welche Höhen Literaturgeschichte erklimmen kann, wenn
sie nicht als Sekundärliteratur betrieben wird, sondern mit echtem Erkenntnisinteresse.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Die Literaturwissenschaftlerin
Evelyne Polt-Heinzl hat nicht nur einen Kanon an Literatur, von Schnitzler bis
Hugo Bettauer, von Joseph Roth bis Kathrin Röggla, erstellt und an diesem
verdeutlicht, wie intensiv sich die Literatur mit ökonomischen Krisen auseinandersetzt,
sie hat ihren Untersuchungsgegenstand in einen weiten soziologischen, kulturhistorischen
und politologischen Kontext gestellt, der sich als überaus erhellendes
Begleitbuch zur aktuellen Krise liest. Ein am Ende vielmehr politischer als
literaturwissenschaftlicher Beitrag.«
Die Presse/Spectrum
Da haben uns Politiker, Finanzexperten
und Bankberater jahrelang eingeredet, dass wir »unser Geld arbeiten lassen
sollen« – und jetzt ist es auf einmal weg! Zwar hat es schon immer
warnende Stimmen gegeben, dass »aus Nix nix wird«, dass Infrastruktureinrichtungen
nicht unbedingt privatisiert und unsere Pensionssysteme nicht mit Aktiengeschäften
finanziert gehören, aber in neoliberaler Selbstüberschätzung
wurden sie bestenfalls ignoriert, wenn nicht der Lächerlichkeit preisgegeben.
Jetzt aber ist alles anders! Wurde in den
letzten Jahren gerade im Sozialbereich massiv gespart, wird nun viel Geld bewegt,
private Bankinstitute aus der selbstverschuldeten Krise zu erretten –
und die Autoindustrie gleich noch mit. Und ein weiteres Paradoxon ist im Umlauf:
Permanent wird über die Krise geredet und geschrieben, gleichzeitig wird
davor gewarnt, »die Krise herbeizureden«. Wer kennt sich da noch
aus?
In solchen Zeiten kann es nicht schaden,
andere Quellen als die Wirtschaftsberichterstattung, die oft über das Niveau
des Wetterberichts nicht hinauskommt, zu konsultieren – nämlich die
schöne Literatur – und auch andere Zeiten mit ihren Krisen ins Blickfeld
zu bringen.
Die Literaturwissenschaftlerin Evelyne Polt-Heinzl hat mit gewohnter Akribie die Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts, von Joseph Roth über Peter Handke bis Kathrin Röggla und viele heute eher vergessene Literaten wie Otto Soyka oder Raoul Auernheimer, durchforstet. So kann man einiges lernen aus der Literatur der 1920er Jahre, wo mit Kriegschiebern, Inflationsgewinnlern, Hochstaplern und hunderttausenen Arbeitslosen die wirtschaftliche und sozialpolitische Deregulierung gewissermaßen Dauerthema war.
Polt-Heinzl hat aber mit Einstürzende Finanzwelten
nicht nur ein kluges und lehrreiches Buch geschrieben, sondern ein eminent politisches,
in dem sie mit Kritik an der herrschenden Praxis, etwa Gewinne zu privatisieren
und Verluste zu vergesellschaften, nicht spart.
Weitere Pressestimmen:
»Ein
gängiges Vorurteil [dass niemand etwas von einer drohenden Krise wissen
wollte], das die österreichische Autorin Evelyne Polt-Heinzl mit exzellenten
Kurz-Essays, die die Welt des Geldes und die des literarischen Wortes kurzschließed,
eminent elegant widerlegt. […] Ein kluges, kurzweiliges Brevier von Schnitzler
bis Glavinic und Keynes bis Krugman.«
Frankfurter Neue Presse
»›Einstürzende
Finanzwelten‹ ist ein aufregendes, zur Solidarität mit dem Intellekt
anstiftendes Buch, das auch eine Beruhigung verströmt: Mitten in der Welt
der Wahnsinnigen gibt es ein paar denkende Menschen, die wissen, was los ist,
aber nichts dagegen ausrichten können!«
Herbert Schönauer, Literatur und Kritik
»Fazit: Ein mutiges, engagiertes Buch, allen an Literatur Interessierten
zu empfehlen.«
Contraste
Evelyne Polt-Heinzl, geb. 1960. Studium der Germanistik, Politikwissenschaft
und Philosophie in Salzburg und Wien, Literaturwissenschaftlerin und -kritikerin.
Zahlreiche Buchpublikationen.
Bei Sonderzahl: Bücher haben viele Seiten. Leser haben viele Leben (2004);
Ich hör’ dich schreiben. Eine literarische Geschichte der Schreibgeräte
(2007).