
Konzepte für eine zeitgenössische Literatur
Nach 49 Heften perspektive folgt nun ein Buch,
um das Wirken der Grazer Literaturgruppe und -zeitschrift über diesen Zeitraum
hinweg zu dokumentieren: Die 28 Jahre umgreifende Publikation versucht die Entwicklung
der Zeitschrift perspektive von einer jungstudentischen literarischen
Sammelbewegung zur Formierung einer ästhetisch und betriebskritisch engagiert
auftretenden Autorengruppe nachvollziehbar und fassbar zu machen.
Die im Lauf der Jahre geführten Richtungsdiskussionen
innerhalb der verschiedenen Redaktionsteams der perspektive sind auszugsweise
in den Heften dokumentiert. Im Brennpunkt der Debatte standen Fragen nach relativer
Autonomie und konzeptueller Differenz. Entscheidende Bedeutung bei der Ausformulierung
redaktioneller Konzepte kam in den letzten Jahren verschiedenen Versuchen einer
Aktualisierung des Avantgardebegriffs zu. Durch ihre markante Positionierung
versucht sich die Zeitschrift von anderen österreichischen oder deutschsprachigen
Periodika – auch innerhalb des Paradigmas »experimentelle«,
»forminnovative« oder »avancierte« Literatur –
abzusetzen.
Der Sammelband enthält die für die Entwicklung
der Zeitschrift wichtigsten Beiträge, die – aus heutiger Herausgebersicht
– interessantesten Texte und fallweise dokumentierten Debatten aus 49
Heften. Darüber hinaus beleuchten Originalbeiträge der Herausgeber
die virulenten Möglichkeiten des Projekts perspektive für
Gegenwart und Zukunft.
Mit Texten von: Renate Kühn, D. Holland-Moritz,
Norbert Hummelt, Margret Kreidl, Ed Schmitt, Christine Huber, Ilse Kilic, Kenji
Siratori, Crauss, Lisa Spalt, Christian Steinbacher, Judith Fischer, Dieter
Sperl, Hansjörg Zauner, Mario Rotter, Petra Coronato, Günter Eichberger,
Franzobel, Ulf Stolterfoth, Florian Neuner, Robert Steinle, Sylvia Egger, Paul
Divjak, StekAG, Karen Eliot, Hartmut Soergel, Anke Finger, Bert Papenfuß,
Helmut Schranz, Ralf B. Korte, Paul Pechmann u.a.