
Wolfgang Müller-Funk
Komplex Österreich
Fragmente zu einer Geschichte der modernen österreichischen Literatur
460 S., Broschur
Format: 16,5 x 23 cm
€ 29,–
ISBN 978 3 85449 321 1
Komplex Österreich verweist auf die Komplexität einer Literatur,
die nicht leicht zu fassen ist, sowie auf eine bestimmte kollektive Befindlichkeit
des Landes und seiner Autorinnen und Autoren. Dieser »Komplex« stellt
aber auch eine symbolische Anordnung dar, die sich von geläufigen Vorstellungen
nationaler Literaturen unterscheidet. Die österreichische Literatur ist
in einem Zwischenraum zwischen der deutschen Literatur und der Literatur seiner
Nachbarn angesiedelt und von daher nur in einem kulturellen Format zu fassen.
Angesichts des absehbaren Endes einer programmatisch österreichischen Literatur
nach 1945 wird die Frage nach den symbolischen Konstruktionen virulent, die
den Komplex einer österreichischen Literatur konstituieren. Mit dem habsburgischen
Mythos, der Heimatliteratur oder der Wiederentdeckung der Stadt war die Literatur
an dieser Konstruktion aktiv beteiligt.
Komplex Österreich ist in seiner Konzeption fragmentarisch und
umfasst Beiträge unter anderem zu Grillparzer, Stifter, Schnitzler und
Saar, zu Musil, Broch, Canetti und Roth und schließt mit Aufsätzen
über Ransmayr, Gstrein und Dinev. Müller-Funk will keine Einheitlichkeit
vortäuschen, doch erhellen sich seine Beiträge wechselseitig und ergeben
bei aller Brüchigkeit einen unverwechselbaren Gesamtzusammenhang. Insofern
ist dieses Buch auch als eine Einführung in die österreichische Literatur
zu lesen, eine Introduktion ganz eigener Art.
Wolfgang Müller-Funk,
Germanist, Kulturphilosoph, Essayist, studierte Germanistik, Philosophie, Geschichte
und Spanisch in München und habilitierte sich 1993 mit einer Studie über
den Essayismus, seit 1994 Dozent am Institut für Germanistik in Wien. Essays
und Rezensionen in diversen deutschsprachigen Zeitungen und Zeitschriften, Ausstellungskurator.
Forschungsprojekte (Medien, Kulturwissenschaften, Literatur und Kultur in Österreich
im 19. Jahrhundert). Monographien über Lion Feuchtwanger, Joseph Roth und
die deutsche Romantik.