Melzer, Gerhard
literatur h aus graz
architektur. menschen. ereignisse.
240 S. [2004] EUR 22,–
ISBN 3 85449 224 3


Literaturhäuser sind – jenseits der materiellen und organisatorischen Gebilde, die sie darstellen – Resonanzräume für das utopische Gedächtnis der Literatur. Indem sie Reichtum und Vielfalt des literarischen Gegensinns präsent halten, tragen sie dazu bei, die verengten Spielräume des Lebens zu öffnen und zu weiten.

Lange Zeit fehlte Graz, das vom guten Namen einer international bekannten »Literaturstadt« profitierte, eine solche Heimstatt des literarischen Eigen- und Widersinns. 2003, als Graz »Kulturhauptstadt Europas« war, konnte dieser Ort endlich etabliert werden. Seit seiner Eröffnung bietet das literatur h aus graz ein Programm, das dank seiner Vielfalt und Kontinuität (im Schnitt findet jeden zweiten Tag eine Veranstaltung statt) binnen kürzester Zeit zu einem Fixpunkt im kulturellen Angebot der Stadt wurde.

Das Buch stellt die spannende Architektur des Hauses vor (Entwurf: Florian Riegler und Roger Riewe) und dokumentiert die Ereignisse des ersten Veranstaltungsjahres. Die große Spannweite des Programms (vom Nobelpreisträger Imré Kertesz zu den intelligenten Blödlern Grissemann und Stermann; von Krimiautoren wie Veit Heinichen und Lisa Maklund bis zu Christine Nöstlinger, der Königin des Kinder- und Jugendbuchs; von Bruno Ganz bis André Heller) ist einer innersten Ambition verpflichtet: Neugier zu wecken für das Leben der Literatur, das reiche Spektrum ihrer Erscheinungsformen sinnfällig und erfahrbar zu machen.

Gerhard Melzer, geb. 1950, Professor für Neuere Deutsche Literatur am Institut für Germanistik der Universität Graz, Leiter des Franz Nabl Instituts für Literaturforschung, seit 2003 Leiter des Literaturhauses Graz. Zahlreiche Publikationen vor allem zur österreichischen Literatur des 20. Jahrunderts. Bei Sonderzahl: Sprachmusik (2003)