
Monika Meister
Theater denken
Ästhetische Strategien in den szenischen Künsten
340 S., Broschur
Format: 13,5 x 21 cm
€ 25,–
ISBN 978 3 85449 314 3
Die Wiener Theaterwissenschaftlerin Monika Meister spannt in ihrer Arbeit den
Bogen von der Antikenrezeption bis in die jüngste Gegenwart. Ihr Denken
ist nicht linear theatergeschichtlich orientiert, sondern entwickelt neue Zusammenhänge
innerhalb der szenischen Künste. Die hier versammelten Vorträge, Aufsätze
und Essays sind unter jenem Gesichtspunkt ausgewählt, der Meisters spezifisches
Forschungsinteresse an geschichtlichen und gegewärtigen szenischen Konstellationen
widerspiegelt.
In ihrer wissenschaftlichen Arbeit steht der Blick für ästhetische
Verfahrensweisen und Strategien im Vordergrund. Ausgehend von der Fort- und
Umschreibung antiker Mythen über Heinrich von Kleists Poetologie, Bertolt
Brechts epischem Theater bis hin zu Elfriede Jelineks Dramaturgie untersucht
die Autorin Kontinuitäten und Brüche zwischen Tradition und Avantgarde.
Aus dem Inhalt
Die Szene der Elektra und die Wiener Moderne. Zu Hugo von Hofmannsthals
Umdeutung der griechischen Antike / »Gewiß, Worte verschweigen das
Eigentliche.« Der imaginäre Raum des Theaters bei Hans Henny Jahnn
/ Geschichte, Landschaft und das Theater Heiner Müllers. Zur Lesart und
Umschreibung antiker Mythen / Theorien des Theaters an der Wende zur Moderne
/ Robert Musil kommt aus dem Kino / »Sein Gesicht als ein leeres Blatt.«
Zu Bertolt Brechts Bestimmung der »Durchkältung« und Emotion
im epischen Theater / Heinrich von Kleists Entwurf einer antimimetischen Poetologie
/ Horvaths Zäsuren: Dramaturgie der Stille / Tradiertes Theater,
politisch verschärft. Die Beaumarchais- und Goldoni-Bearbeitungen Peter
Turrinis / »Theater müßte eine Art Verweigerung sein.«
Zur Dramaturgie Elfriede Jelineks
Monika Meister, Studium
der Theaterwissenschaft, Ethnologie und Philosophie an der Universität
Wien. Dissertation über den Theaterbegriff Robert Musils. Ab 1981 Universitätsassistentin
mit zahlreichen Lehraufträgen. Habilitationsschrift über die Dimensionen
der Katharsis im Theoriediskurs der Jahrhundertwende. Seit 1992 Vorlesungen
an der Universität Wien zur Geschichte und Theorie des Theaters. 1994/95
an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst, Fachrichtung Dramaturgie,
in Leipzig. Seit 2004 Institutsvorständin am Institut für Theater-,
Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien. Mitherausgeberin der
Zeitschrift Maske und Kothurn.
Schwerpunkte der Forschungs- und Lehrtätigkeit: Theater der Antike, Theater
der Klassik und Romantik, Wiener Moderne und Psychoanalyse, Theater im 20. Jahrhundert.
Theoriegeschichte des Theaters, Theater und Ästhetik, Dramaturgie.