Karin Mack
Kunstwege '70
144 S., ca. 160 Abb., [2007] € 22.-
ISBN 978 3 85449 281 8
Erscheint Juni 2007

[Kein Motto, sondern ein Foto]

Die Fotografin Karin Mack hat in den 70er Jahren in Künstler- und Architektenkreisen sowie an verschiedenen Schauplätzen wie dem Spittelberg oder den abbruchreifen Fischhallen am Wiener Donaukanal Fotos gemacht, die ein faszinierendes und eindringliches Bild dieser Zeit vermitteln. So wird uns ein Porträt einer Epoche gezeichnet, in dem man sich gleichzeitig wiedererkennen als auch völlig Neues entdecken kann.

K
arin Mack, damals eine junge Frau, suchte in jenen Jahren nicht nur ihre künstlerische Handschrift, sondern befand sich auch in einem persönlichen, privaten Aufbruch – ein Aufbruch, der sich mit den Inhalten überlagerte, die sie bei ihren Fotosessions mitbekam. »Eine der besondersten spielt sich beim ›Ersten Berliner Dichterworkshop‹ 1972 ab. Teile der ›Wiener Gruppe‹ in voller Aktion. Ein Haufen – ich kann mir die Bemerkung nicht verkneifen: ein machistischer Haufen – von Provokateuren, denen so manchesmal die Provokation an sich genug war, die sich selbst genug waren.« So Liesbeth Waechter-Böhm in ihrem Vorwort zu Kunstwege ’70.

»In der Rückschau kommen einem die frühen siebziger Jahre gleichzeitig heroisch und dilettantisch vor, visionär, kämpferisch, anti-kommerziell und – nach heutigen Kriterien – eigentlich unprofessionell. Immer noch ging es irgendwie um Aufbruch, obwohl die unmittelbare Nachkriegszeit mit ihrem kulturellen Nachholbedarf doch längst vorbei war. Da es aber nach wie vor keine gesellschaftliche Akzeptanz für die künstlerischen Erzeugnisse einer jüngeren und provokanteren Künstlergeneration gab, da sie im Gegenteil vom bürgerlichen Kulturbetrieb verachtet und angefeindet war, gab es auch keine geordneten Strukturen zu ihrer Beförderung, ihrer Präsentation, Rezeption und Vermarktung. Alles fand in einer Art halbprivatem/halböffentlichem Rahmen statt, der von einem kleinen Kreis Mitverschworener gebildet wurde.« (Liesbeth Waechter-Böhm)

Karin Mack, einige Semester Medizin und Anglistik. Hinwendung zur Architekturfotografie, ab 1970 dokumentarische Arbeiten in der Kunst- und Kulturscene Wien. Ab 1975 konzeptuelle Selbstporträts zum Status der Frau, gefolgt von Tableaus zu den Themen »Abwesenheit–Erinnerung«, »Reisen–Porträts«. 1978–88 Studium der Kunstgeschichte, Uni Wien. Seit 1990 Computercollagen zu Themen »Natur–Kultur«.