Louise Eisler-Fischer
Es war nicht immer Liebe
Texte und Briefe
Hg. von Maren Köster, Jürgen Schebera und Friederike Wißmann
240 S. [2006]
€ 22,–
ISBN 3 85449 258 8


Eine Entdeckung zum 100. Geburtstag


Es gilt, zu ihrem 100. Geburtstag eine spannende Schriftstellerin und hellwache Zeitgenossin zu entdecken: Louise Eisler-Fischer (1906–1998) wurde bislang als Frau an der Seite berühmter Männer wahrgenommen. »Lou«, wie sie im Freundeskreis genannt wurde, war achtzehn Jahre mit dem Komponisten Hanns Eisler, danach siebzehn Jahre mit dem Philosophen Ernst Fischer verheiratet, war deren Lektorin, Assistentin, Sekretärin und Managerin in einer Person. Nur selten trat sie mit eigenen Arbeiten an die Öffentlichkeit.

Die Texte und Briefe aus dem Nachlass ermöglichen erstmals einen Einblick in das Schaffen der Schriftstellerin Eisler-Fischer. Im Zentrum steht der große autobiographische Essay Mein Leben, dazu kommen Kurzgeschichten, Ausschnitte aus dem unveröffentlichten Roman »Es war nicht immer Liebe« (1932) und dem gemeinsam mit Ernst Fischer verfassten »Roman in Dialogen« Prinz Eugen (1955) sowie thematisch weit gespannte publizistische Texte aus den Jahren 1955 bis 1976.

In den ausgewählten Briefen des Zeitraums 1939 bis 1977 (an ihre Freunde Lion Feuchtwanger, Theodor W. Adorno, Oona Chaplin, Karola Bloch, Erich Fried, Wolf Biermann u. a.) werden die Jahre des Exils in den USA ebenso lebendig wie die Zeit nach 1968, als Ernst und Louise Fischer zu den engagierten Fürsprechern eines von Moskau unabhängigen Eurokommunismus zählten. Mehr als 50 großteils unveröffentlichte Fotos veranschaulichen das Leben dieser ungewöhnlichen Frau.


Maren Köster ist wiss. Mitarbeiterin der Hanns-Eisler-Gesamtausgabe an der FU Berlin. Sie war Kuratorin der Ausstellung
»Hanns Eisler. ’s müßt dem Himmel Höllenangst werden« (1998) an der Akademie der Künste Berlin. Sammelbände über Hanns Eisler und über Remigration NS-verfolgter Musiker.
Jürgen Schebera, 1976 Promotion mit einer Arbeit über die Exiljahre Hanns Eislers. 1981–1991 wiss. Mitarbeiter an der Akademie der Wissenschaften der DDR, 1992-2004 Verlagslektor. Zahlreiche Buchveröffentlichungen zur Kunst- und Kulturgeschichte der Weimarer Republik und des antifaschistischen Exils 1933–1945 sowie zu den Komponisten Hanns Eisler und Kurt Weill.
Friederike Wißmann ist wiss. Mitarbeiterin am Musikwissenschaftlichen Institut der TU Berlin. Von 1998–2002 war sie wiss. Mitarbeiterin der Hanns-Eisler-Gesamtausgabe. Schwerpunkte ihrer wissenschaftlichen Publikationen sind das Musiktheater und Studien zur zeitgenössischen Musik.