
Kehrer, Martin Ulrich
Stadtalphabet Wien
Mit einem Nachwort von
Walter Pamminger
144 S., [2009] € 18,–
ISBN 978 3 85449 300 6
»Der
Fotograf Martin Ulrich Kehrer hat […] ein Repertoire vorgelegt, das im
Stadtraum verteilte Schriften auf den Seiten eines Buches versammelt: Geschäftsinschriften
aus Wien, ganz wie bei Musil, zahlreich fotografiert auf ethnographisch flächendeckenden
Streifzügen durch die Stadt, ausgewählt und alphabetisch nach den
Anfangsbuchstaben geordnet. Der Grundgedanke mag verspielt sein, doch die Durchführung
ist von reizvoller Strenge.
[…]
Die Buchstaben als Dinge aber führen deutlicher als jede typographische
Durchmusterung von Zeichensätzen vor, was in den Buchstaben alles steckt.
Hier wird, wie es der vielfach ausgezeichnete Buchgestalter Walter Pamminger
in einem schönen Nachwort formuliert, ihr Potential vor Augen geführt.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Dieses wunderbare Buch ist eine Bibel
für Flaneure!«
Augsburger Allgemeine
»… ein bemerkenswertes Bilderbuch,
das Geschäftsbeschriftungen aus den Straßen der Hauptstadt zeigt:
Von A wie Alte Schätze über H wie Horváth bis Z wie Zuckergoscherl
…«
Badische Neueste Nachrichten
Stadtalphabet Wien ist nicht nur ein
Bilderbuch für eingefleischte Urbanisten. Es ist vor allem die Dokumentation
einer untergehenden Kultur, die allmählich aus dem Stadtbild verschwindet.«
Rondo / Der Standard
»Die vorliegende einzigartige Dokumentation
versteht sich daher als subjektive Momentaufnahme und schärft so die Wahrnehmung
dafür, was dem Konzept Stadt Lebendigkeit einhaucht und dem Passanten Orientierungslinien
aufzeigt: Buchstaben, Schriftzüge, Wortfolgen.«
Grafische Revue Österreichs
»Ein Augenschmaus, der zum Nachmachen anregt.«
Classic – Das österreichische Magazin für Technik-Geschichte
4/2009
»Ursprünglich vom Autor mit typophilem
Blick konzipiert, vermag der Band ganz eigendynamisch noch einiges mehr zu leisten:
Stadtflaneure und Nostalgiker aller Coleur können mit ihm auf urbane Zeitreise
gehen, Wien-KennerInnen ein heiteres Standort-Raten beginnen, Design-Aficionados
werden sich mit Lust in die raumgreifenden Schriften vertiefen, und allen Wien-LiebhaberInnen
sei er als Sammlungsstück und nostalgisches Mitbringsel empfohlen.«
dérive – Zeitschrift für Stadtforschung
»Stadtlektüre einmal anders […]
In den Fotografien des 33-jährigen Linzers Martin Ulrich Kehrer wird eine
vom Aussterben bedrohte Geschäftswelt der Bundeshauptstadt Wien lebendig.«
Salzburger Nachrichten
Lebendige Stadt – vitale Typografie
Das Fotobuch Stadtalphabet Wien widmet sich der Typografie von Fassadenbeschriftungen und Aushängeschildern kleiner Geschäfte und Gewerbetreibender im gesamten Stadtraum Wien. Es versteht sich als Momentaufnahme eines bestimmten Zustandes und schärft die Wahrnehmung jener Elemente, die so unzählig die Städte bevölkern und die ein integraler Bestandteil dessen sind, was das Konzept Stadt erst ausmacht: Buchstaben, Schriftzüge, Wortfolgen.
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit dient das subjektive Auswahlkriterium der Einzigartigkeit dabei einer Klassifikation der vorgefundnen Materialien auf zwei Ebenen: Zum einen dokumentiert Stadtalphabet Wien Typografien, die aufgrund ihrer historischen Dimension eine gewisse Alltagspatina aufweisen und insbesondere durch die verwendeten Materialien, die Gestaltung oder den äußeren Zustand bestechen. Es handelt sich um obsolet gewordene und beinahe verloren gegangene Schrift- und Buchstabensysteme, von denen nach Jahren der Verwitterung nur noch Spuren wahrnehmbar sind. Zum anderen nimmt das Fotobuch auch Bezug auf zeitgenössische Tendenzen in der Schriftgebung; formale und material-bezogene Aspekte der Typografie, die vom uniformen Corporate Design multinationaler Handelsketten und billiger Einheitsgestaltung kleiner Handelstreibender Abstand nimmt.
Die Form der Grafik am Gebäude ist natürlich Moden unterworfen. Einige Beschriftungen verschwinden nach und nach oder auch von einem zum anderen Tag aus dem Stadtbild und werden durch neue ersetzt, andere werden wieder entdeckt und gepflegt, da ihnen oft eine starke visuelle Kraft und Einzigartigkeit innewohnt. Dieser ständige Wechsel, das Umbauen und Ausweiten, das Auftauchen und Verschwinden ist nicht nur ein Indiz für eine lebendige Stadt, sondern auch für die Vitalität von Typografie.
Martin Ulrich Kehrer, geb. 1976, Studium Experimentelle
Gestaltung bei Herbert Lachmayer und Andrea van der Straeten in Linz, Diplom
2005 zum Thema Typografie im öffentlichen Raum, Auslandsaufenthalt in Berlin,
Beteiligungen: "Bugrace" Ars Electronica 1999, Linz; "net_life",
O.K Centrum für Gegenwartskunst, Linz; "0807", Künstlerhauspassage,
Wien; "Wonders of the Modern World", MAK-Nite, Wien Betreibt das Grafikdesign-Studio
tp3 in Linz.
Mehr Information finden Sie unter: http://www.stadtalphabet.at/