Klaus Kastberger
Vom Eigensinn des Schreibens
Produktionsweisen moderner österreichischer Literatur
336 S., [2007] € 25,–
ISBN 978 3 85449 269 6


»Ich bin nämlich eigentlich ganz anders, aber ich komme nur so selten dazu.« Ödön von Horváth

Vom Eigensinn des Schreibens spürt den spezifischen Eigenarten moderner österreichischer Literatur nach und ordnet sie einer Geschichte des literarischen Eigensinns zu – Literatur aus Österreich schaut oft wirklich anders aus. Dies mag an der barock-katholischen Tradition des Landes liegen, hängt aber nicht zuletzt mit dem im Vergleich zu Deutschland geringeren moralischen Druck, der auf der österreichischen Literatur lastete, zusammen.
Den Eigensinn literarischer Werke zu verstehen, heißt auch: ihre Produktionsweise zu verstehen. Gerade bei avancierten Texten erweist sich ein Blick auf die Genese als hilfreich, denn aus seiner (ihrer) Arbeitsweise ist der Autor (die Autorin) in vielen Fällen anders und oft besser zu verstehen.

Aus dem Inhalt:
Robert Musil: Die Kunst, nicht zu enden – Einfach kompliziert: Ödön von Horváth – Schreiben nach dem Holocaust. Drei Modelle (Ilse Aichinger, Heimrad Bäcker, Johannes Mario Simmel) – Wien 50/60: Verbessern oder Zerstören? – Andreas Okopenko zwischen Avantgarde und Engagement – Dreierlei Dörfer (Franz Innerhofer, Josef Winkler, Florjan Lipuš) – Schimpf und Schande in der Postmoderne (Werner Kofler) – Erkenntnisschlachten: Die Festung der Marianne Fritz – Österreichische Endspiele (Hans Lebert, Elfriede Jelinek)

Klaus Kastberger, geb. 1963 in Gmunden, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Österreichischen Literaturarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek, Priv.-Doz. am Institut für Germanistik der Universität Wien.
Bei Sonderzahl: Nullgeschichte, die trotzdem war. Zu Marianne Fritz, Hg., 1995; In Böen wechselt mein Sinn. Zu Friederike Mayröcker, hg. gemeinsam mit W. Schmidt-Dengler, 1996; Andreas Okopenko. Texte und Materialien, Hg., 1998; George Saiko. Texte und Materialien, hg. gemeinsam mit M. Hansel, 2003