Gerhard Jaschke
Abwesend anwesend – Anwesend abwesend
Noch mehr Weltbude
1
84 S., engl. Broschur
Format: 13,5 x 21 cm, 12 Scherenschnitte
€ 18,–
ISBN 978 3 85449 362 4



Wie bereits in der vor zwei Jahren erschienenen Weltbude sind auch hier Skizzen, Anfälle, spontane Wortnotizen und zahlreiche Kurzprosatexte versammelt – Noch mehr Weltbude also! Abwesend anwesend – Anwesend abwesend ist wieder voller Sprachwitz, aber vielleicht auch von einem verstärkt melancholischen Ton getragen; eine Melancholie, die wohl auch Jaschkes Erfahrungen ›geschuldet‹ ist, die er im Winter 2009 machen musste, als er von großen gesundheitlichen Problemen heimgesucht wurde.

In dem Titel gebenden Text reflektiert er seine Situation so: »… fragst du dich, ob du noch immer ›abwesend anwesend‹ bist, oder doch schon mehr ›anwesend abwesend‹. gänzlich anwesend bist du nach deinem schlaganfall zwar noch nicht, aber von einer gänzlichen abwesenheit ist auch nicht mehr zu sprechen, also doch mehr anwesend abwesend als umgekehrt. … heute schiebst du dich langsamst voran, schrittchen und stöckchen um schrittchen, schleifst mehr über den boden als du gehst. von laufen kann überhaupt nicht mehr die rede sein. muß auch nicht. mit ein bißchen mehr schwung, ausdauer möchtest du bloß zurückfinden in eine ahnung des ehmals locker geschafften. das wäre schon viel.«

Gerhard Jaschke, einer der umtriebigsten Protagonisten des österreichischen Literaturbetriebs (Verleger, Herausgeber, Lehr- uns Schreibperson), ist sich selbst und seinem literarischen Selbstverständnis treu geblieben. »Dieser dynamische Prozess der Gestaltung«, schrieb Kurt Neumann über diesen Archäologen und Enzyklopädisten poetischer Grenzenlosigkeit, »entspricht der Auffassung von Realität als einem Prinzip aktiver Veränderung und Wandlung, wie sie von den Künstlern der Fluxus-Bewegung artikuliert wurde und die wichtigsten Anknüpfungspunkte für Jaschkes Kunstauffassung bietet.«


Gerhard Jaschke geb. 1949 in Wien. Lebt da und in Niederösterreich. Seit Beginn der 70er Jahre literarisch-künstlerisch tätig. Herausgeber der Zeitschrift Freibord. Zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt: Niederösterreichischer Kulturpreis für Literatur 2010.
Bei Sonderzahl: Illusionsgebiet Nervenruh. Kurzprosa (1997); Endlich doch noch. Kurzprosa (2007); Weltbude (2009)