
Gustav Ernst
Tollhaus
Dialoge. Szenen. Kleine Stücke
144 S., [2007] € 16.-
ISBN 978 3 85449 283 2
»Und wieso sagt mir das niemand?«
- Aber eine Chance muß man ihnen
doch geben, den Slowenen, damit sie sich eingliedern.
- Ich will aber nicht, daß sie sich eingliedern. Wo ich bin, ist kein
Platz mehr zum irgendwas Eingliedern, klar. Wo mein Glied ist, hat kein anderes
was verloren.
Parkbank, Kaffeehaus, Ehebett, Arztwartezimmer,
Partyraum, Schrebergarten, U-Boot, U-Bahn: Die Schauplätze in diesem Tollhaus
sind so mannigfaltig wie die künstlerischen Gestaltungsmittel seiner dramatischen
Texte vielseitig. Gustav Ernst führt uns in seinen Dialogen und Monolagen
in die Abgründe des Alltags, zeigt uns die Absurditäten der menschlichen
Kommunikation. Genau beobachtet der Autor unser aller Schrullen, privaten Katastrophen
und Streitereien.
Die Minidramen, Szenen, Dramolette und
kleinen Stücke stellen, wie die »großen« Dramen des Autors,
ein Theater des »unterdrückten Körpers« in den Mittelpunkt,
das sich Elementen des Volksstücks bedient. Bei Ernst wird das Politische
zum Körperlichen und umgekehrt. Dabei schaut er den Menschen »aufs
Maul«, seine zugespitzten Ausschnitte aus unserer Wirklichkeit sind präzis
gearbeitet – und vor allem eines: sehr witzig.
Gustav Ernst geb. 1944 in Wien, wo er lebt.
Schreibt Romane, Stücke, Drehbücher. Gemeinsam mit Karin Fleischanderl
Herausgeber der Literaturzeitschrift kolik. Bei Sonderzahl: Die Frau des Kanzlers.
Eine Rede (2002); Blutbad, Strip und tausend Rosen. Theaterstücke (2004).