Fritsch, Lisa
Am Spieltisch
Die Sucht nach Gewinn und Verlust
160 S. [2004] EUR 16,–
ISBN 3 85449 218 9

»Das Glücksspiel hat ein Ausmaß angenommen, das früher unvorstellbar war«, heißt es in der New York Times. Lisa Fritsch berichtet davon in ihren Erzählungen, die mitunter die Form des literarischen Essays annehmen.

Sie entführt uns nach Las Vegas und erzählt von jenen Spieltischen, wo es nicht nur um Geld sondern auch um Leben gehen kann. Dann stehen wir mit dem Maler und Exzentriker Francis Bacon nächtelang an einem Roulettetisch im Casino. Augenblicke intensiver Lebendigkeit werden für die Leser festgehalten. Der Text »Das Geständnis des Anwalts« zerstört endgültig die Illusion vom Glück, das sich beim Spiel einstellen soll.

Auch Lessing war ein leidenschaftlicher Spieler, er liebte das zu seiner Zeit so populär werdende Lotto. Die Ich-Erzählerin begegnet ihm auf geheimnisvolle Weise des Nachts in seinem Haus, um mit dem Dichter ein Spiel mit Worten wie mit Karten zu wagen.

In der Erzählung »Nachtfahrt« konfrontiert uns Lisa Fritsch noch einmal mit der manischen Glückssuche einer Spielerin, die jeden Preis zu zahlen bereit ist. Da das Leben der Spieler nicht nur von der »Sucht nach Gewinn«, sondern auch von der »Sucht nach Verlust« diktiert wird, findet das Spiel kein Ende: auf Gewinn folgt Gewinn folgt Verlust.

Lisa Fritsch: geboren in Wien, promovierte 1987 nach dem Studium der Philosophie und Ethnologie über den »Ursprung und Sinn moderner Lyrik. Anthropologische Aspekte einer literarischen Gattung«, bis Juni 2000 im Schuldienst tätig. Freie Autorin seit 2000. Mitglied der Grazer Autorenversammlung und des Podium-Literarturkreises. Theodor-Körner-Preis 1983. Publikationen (u. a.): Landsat. Gedichte (Wien 1995) und bei Sonderzahl in: Marie-Thérèse Kerschbaumer (Hg.): Arkadien/Apologie (Wien 2003).