Barbara Paul
FormatWechsel
Kunst, populäre Medien und Gender-Politiken
FormatChange
Art, Popular Media and Gender Politics
Reihe Linzer Augen Band 2
128 Seiten, 15 Abb., [2008] € 15,–
ISBN 978 3 85449 274 0


Künstler/innen haben sich immer wieder mit populären Medien beschäftigt. Denn die in der Alltagskultur vorgefundenen Formate bieten die Möglichkeit, sich durch FormatWechsel als künstlerische Strategie repräsentationskritisch zu positionieren.

Der in New York lebende, aus Nigeria stammende Künstler Iké Udé und die in Berlin und am MIT arbeitende Künstlerin Regina Möller reagieren seit den 1990er Jahren auf gender-politische Effekte von Zeitschriften mit eigenen Kunstwerken. Iké Udé gestaltet Fotografien, die an Cover von Lifestyle- und Politikmagazinen erinnern, Regina Möller entwickelt mit Bezug auf Modejournale die Künstlerinnenzeitschrift regina. Beide markieren (massenmediale) Bild- und Textkonventionen als fortwährend veränderbar und damit als konzeptionell unabschließbar. Sie fokussieren ihr Interesse auf Camp-Ästhetiken, queere Konzeptionen und Whiteness, auf feministische Perspektivierungen und Institutionenkritik, auf Normalitäts- und Normativitätsdiskurse im Feld von sex, gender und ethnicity.
Auch in den aktuellen Debatten queer-feministischer (Kunst-)Wissenschaft wird ein FormatWechsel praktiziert, da ähnlich wie in der Kunst performative Denk- und Handlungsmuster sowie argumentativ offene Strategien favorisiert werden. Dabei geht es um Partialität und Situiertheit, Kontingenz, Transversalismus und Prozessualität im Kontext von Wissensproduktionen in Theorie und Kunst.

Barbara Paul, Professorin für Kunstgeschichte und Kunsttheorie/Gender Studies an der Kunstuniversität Linz/Austria. Arbeitsschwerpunkte: Kunst, Kunsttheorie und Kunstbetrieb des 18.-21. Jh.s, Geschichte und Theorie der Kunstgeschichte sowie kunstwissenschaftliche Gender, Postcolonial und Queer Studies. Jüngste Veröffentlichungen u.a.: Feministische Interventionen in der Kunst und im Kunstbetrieb, in: Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland. Bd. VIII, München: Prestel 2006; Kunstgeschichte, Feminismus und Gender Studies, in: Kunstgeschichte. Eine Einführung, 7. erw. Aufl., Berlin: Reimer 2008.