
Sylvia Szely (Hg.)
EXPORT Lexikon
Chronologie der bewegten Bilder bei VALIE EXPORT
208 S., [2007] € 19,90
ISBN 978 3 85449 278 8
»Herausgeberin Sylvia Szely präsentiert eine äußert interessante
;aterialsammlung, die von Essays über ausgewählte Filme […] und
Zeitungsausschnitte bis zu einem ausführlichen Interview mit Valie Export
reicht.
[…]
Für Freunde des avantgardistischen Films und auch für Neueinsteiger
eine sehr empfehlenswerte Lektüre.«
celluloid – Die österreichische Filmzeitschrift
Die bewegten Bilder der VALIE EXPORT
VALIE EXPORT trat mit der Proklamation ihres Künstlernamens 1967 an die Öffentlichkeit,
ein programmatischer Akt, mit dem sie sich selbst als Künstlerin sozusagen
doppelt »erfand«: Einerseits indem sie sich gegen patriachale Konventionen
in der Gesellschaft, und speziell in der männerdominierten Kunstwelt absetzte;
andererseits indem sie den Begriff des Erweiterns (des Ex-portierens) als Kern
und Ziel ihrer Arbeit formulierte.
Das EXPORT Lexikon richtet seinen Fokus auf die Filme und Videos der längst
international anerkannten Künstlerin. Von Anfang an waren die bewegten Bilder
zentraler Teil ihrer künstlerischen Tätigkeit. Das EXPORT Lexikon versteht
sich gemäß der ursprünglichen Wortbedeutung (von gr. légein
= lesen, sammeln, sprechen) als Sammlung unterschiedlicher Materialien und Informationen:
Fotos, Drehbuchausschnitte, Notizen und Zeichnungen sind ebenso zu finden wie
Zeitungsartikel, Filmposter u.v.a.m. Neben Essays zu ausgewählten Filmen
und einem ausführlichen Interview mit der Künstlerin werden auch nicht
realisierte Spiel- und Avantgardefilmprojekte in Drehbuch- und Exposéausschnitten
erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Dem Buch liegt die Idee zugrunde, EXPORTs
Werk in einem filmischen Kontext zu betrachten. Eine solche Auseinandersetzung
erscheint deshalb notwendig, weil die Rezeption EXPORTs als Filmschaffende nach
ihrem bislang letzten Spielfilm »Die Praxis der Liebe« (1984) weitgehend
beendet wurde. EXPORT wird seither hauptsächlich als Künstlerin wahr
genommen, die irgendwann einmal auch Filme gemacht hat. Diese beiden Rezeptions-Universen
– Filmkontext/Kunstkontext – haben im Hinblick auf ihre Arbeiten bisher
(zu) wenig kommuniziert.
Sylvia Szely ist Film- und Fernsehhistorikerin
und lebt als freie Autorin und Kuratorin in Rotterdam/ NL. Publikationen seit
1992, u.a. Herausgeberin von tele visionen. Historiografien des Fernsehens (=
Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften 4, 2001; gemeinsam
mit Monika Bernold), Fritz Lehner. Filme (Sonderzahl Verlag, 2002) und zuletzt
Spiele und Wirklichkeiten. Rund um 50 Jahre Fernsehspiel und Fernsehfilm in Österreich
(verlag filmarchiv austria, 2005).