
Manfred Chobot / Dieter Bandhauer (Hg.)
Die Wunderwelt, durch die ich schwebte
Literarische Träume
184 S., Hardcover
Format: 13,5 x 21 cm
€ 18,–
ISBN 978 3 85449 356 3
»Ich träumte, also bin ich,
dachte ich und begann, meinen Körper zu fühlen«, stellte August
Strindberg, gerade aus einem Fiebertraum erwacht, fest. Die Fähigkeit der
Menschen, zu träumen und diese Träume zu erzählen und zu literarischen
Texten zu formieren, ist wohl immer auch Ausdruck, sich nicht mit der bloßen
Realität abzufinden. Egal ob Alb- oder Wunschträume – sie entführen
uns in eine Wunderwelt, die wir manchmal vergessen, aber immer wieder aufs Neue
aufsuchen.
Ein Traum folgt aus dem anderen und geht
dem nächsten voraus. Nach dem Prinzip thematischer Überleitungen wurden
mehr als 100 Träume in Die Wunderwelt durch die ich schwebte (der
Titel ist einem Gedicht von Robert Walser entlehnt) versammelt. Erschienen den
Herausgebern in einem Traumtext von Barbara Frischmuth die Begriffe ›Gurkenglas‹
und ›Haie‹ besonders charakteristisch und in einem Ausschnitt aus
Ingeborg Bachmanns Malina ›Haie‹ und ›Friedhof‹
und in einem Text von Franz Kafka ›Friedhof‹ und ›Buchstabe‹,
ergab sich die Aneinanderreihung dieser Texte nahezu logisch. So mäandert
dieses Traumbuch durch die Zeiten und Literaturen von Nestroy zu Artmann, von
Kurt Tucholsky zu Christa Wolf, von Margret Kreidl zu Peter Rossegger, von Prosa
zur Lyrik, von Tagebuchnotiz zu Romanausschnitt …
Träume, die gerne auf Schäume
gereimt und etymologisch von Trugbild hergeleitet werden, bleiben –
egal wie erhellend sie gedeutet werden können – immer auch rätselhaft.
Das Rätsel der Träume soll mit dieser Wunderwelt nicht (auf)gelöst,
sondern in ihrer schönen Rätselhaftigkeit anschaulich gemacht werden.
Der Transformationsvorgang vom Traum zur
Literatur ist keine Einbahnstraße – gibt es doch die Verwandlung
auch in die entgegengesetzte Richtung: nämlich dass Literatur Einzug in
Träume findet. Vielleicht kann dieses Buch, den Leser, die Leserin zu noch
literarischeren Träumen inspirieren, als es unsere eigenen Träume
ohnehin schon sind.
Manfred Chobot, geb. 1947
in Wien, freier Schriftsteller.
Bei Sonderzahl bereits erschienen: Aloha! Briefe aus Hawaii (2008); Der Tag
beginnt in der Nacht. Eine Erzählung in Träumen (2011)
Dieter Bandhauer, geb.
1957 in Wien, Verleger.