
Christine Busta (1915–1987), Bibliothekarin bei den Städtischen Büchereien
Wien und Vorstandsmitglied des österreichischen P.E.N.-Clubs, war in den
1950er und 1960er Jahren eine anerkannte Lyrikerin in der deutschsprachigen
Literaturlandschaft. Gerhard Fritsch urteilte über ihre Gedichte, dass
diese bei aller Verbundenheit mit Tradition und Kontinuität, unverwechselbare
Gebilde seien, in einer Weise eigenständig wie wenige lyrische Werke jener
Zeit. Gefördert von Otto Basil, Rudolf Felmayer und Ludwig von Ficker nahm
sie einen gewichtigen Platz neben Gerhard Fritsch, Michael Guttenbrunner, Christine
Lavant und Wilhelm Szabo ein. 1954 mit dem Georg Trakl-Preis und 1969 noch mit
dem Großen Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet, wurde die
öffentliche Wahrnehmung der Autorin bis zu ihrem Tod im Jahre 1987 zusehends
geringer. Heutzutage ist der Name Christine Busta der Öffentlichkeit weitgehend
unbekannt.
Das Jahr 2007 bot sich an, die vor 20 Jahren
verstorbene Dichterin und ihr Werk mit einem Symposion wieder zu entdecken und
neu zu bewerten. Im Blick auf Bustas Leben und Schaffen sollte auch die Wirkung
der Autorin in Erinnerung gerufen werden, die nicht nur das Spektrum der Lyrik
bereicherte, sondern auf ihre Weise auch an lyrischen Entwicklungen teilhatte,
die von den 1960er zu den 1980er Jahren das Gedicht von metaphorischer Überfrachtung
befreit und einer lakonischen, der Alltagssprache angenäherten poetischen
Diktion zugeführt haben.
Der vorliegende Band versammelt neben den
Vorträgen des Christine Busta-Symposions 2007 in der Österreichischen
Gesellschaft für Literatur ausgewählte Texte von Christine Busta sowie
Faksimiles und Fotos aus den Nachlassbeständen der Autorin im Österreichischen
Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek und im Forschungsinstitut
Brenner-Archiv.
Mit Beiträgen von: Stefan Alker, Georg
Bydlinski, Anton Gruber, Michael Hansel, Alfred Pfoser, Wendelin Schmidt-Dengler,
Annette Steinsiek, Daniela Strigl, Wolfgang Wiesmüller
und mit ausgewählten Texten von Christine Busta,
Faksimiles und Fotos aus den Nachlassbeständen der Autorin im Österreichischen
Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek und im Forschungsinstitut
Brenner-Archiv.