
Burger, Rudolf
Jenseits der Linie
Ausgewählte philosophische Erzählungen
384 Seiten [2008], € 25
ISBN 978 3 85449 304 4
»Burger besorgt das wenig einträgliche
und noch weniger bedankte Geschäft der Desillusionierung mit einer stilistischen
Eleganz, die hierzulande ihresgleichen sucht.«
Der Standard, 24. Jänner 2009
»Den Essay halte ich für die Königsdisziplin
der Moderne. Es gibt aber nur wenige, die ihn auch königlich beherrschen,
gebildet, kritisch, sprachgewandt. Rudolf Burger ist einer von ihnen.
[…]
Bei Sonderzahl ist eine Sammlung von bisher unveröffentlichten Essays erschienen,
die sich hoffentlich kein Leser mit Freude an gehobenen Denkoperationen entgehen
lässt.«
Oberösterreichische Nachrichten, 15. Juli 2009
»Philosophie, die einmal überholt schien,
erhält sich am Leben, weil der Augenblick ihrer Verwirklichung versäumt
ward« – der änigmatische Eröffnungssatz von Theodor W.
Adornos Negativer Dialektik (Wann hat es diesen emphatischen Augenblick je gegeben?)
regiert die vorliegenden Arbeiten als Leitmotiv:
Sie sind Orientierungsversuche nach dem
Verdampfen geschichtsphilosophischer Illusionen, ja aller ontologischer Gewissheiten
überhaupt in einer vom Nihilismus ausgeglühten Welt. Der erste Block
der hier versammelten, älteren Aufsätze umkreist gnoseologische, ethische
und ästhetische Aspekte der seinerzeit heiß diskutierten, heute schon
fast vergessenen »Postmoderne«, die eine geistesgeschichtliche Epoche
beschloss, die jüngeren Texte des zweiten Blocks greifen politphilosophische
Probleme der aktuellen Gegenwart auf; sie sind bisher nicht in Buchform erschienen.
Ruth Pauli, Rudolf Bretschneider und Michael Scharang haben mich ermutigt, diese
Auswahl aus meinen Schriften zusammenzustellen und zu meinem siebzigsten Geburtstag
zu veröffentlichen. Ohne ihren drängenden Zuspruch hätte es diesen
Band nicht gegeben, und auch nicht ohne den Großmut meines frühen
Verlegers Dieter Bandhauer, der mich auf im Wortsinn „vergriffene“
Titel zurückgreifen ließ – allfällige Beschwerden über
den Inhalt des Bandes sind daher an sie zu richten; ich nehme sie nicht mehr
zur Kenntnis. Denn durch den Sarkasmus der Initiatoren, mich als Heide wohlwollend
an mein biblisches Alter zu erinnern, fühle ich mich ohnehin bestraft genug.
Aber wenn auch manches in diesem Buch so veraltet erscheinen mag wie ich selber,
so hoffe ich doch, dass diese Anthologie dem Leser mehr ist als nur ein Strauß
verwelkter Blumen.