
Peter Bettelheim (Hg.)
Janusköpfige Metropole
Zur Geistesgegenwart Wiener Wissenskultur
320 S., engl. Broschur
Format: 13,5 x 21 cm
€ 22,–
ISBN 978 3 85449 357 0
»Und daran hat man Freude, intelektuelle Freude, dass das alles so schön
zusammengestellt ist. (…) Fazit: Ein sehr zu empfehlendes Wien-Lesebuch
der ganz besonderen Art.«
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Der Mythos der einstigen Reichs- und Residenzstadt Wien (noch immer erkennbar
in der Architektur und Raumstruktur vor allem der »Inneren Stadt«)
versperrt allzu oft den Blick auf ein anderes Gesicht dieser Stadt: als intellektuelle
Metropole, die noch vor dem traumatischen (wenn auch überfälligen)
Ende des Habsburgerreichs beginnt und bis zur nächsten Traumatisierung
durch den Nationalsozialismus reicht. In zahlreichen (auch informellen) Zirkeln
und Netzwerken werden gravierende Ideen, Theorien und Praxen der Wissenschaften
wie auch der Künste entwickelt – Kulturen des Wissens, die weit über
ihre Örtlichkeit und Zeitlichkeit Wirkung entfalten und bis in die Gegenwart
reichen.
Wie in einem Kaleidoskop versammelt das Lesebuch Janusköpfige Metropole
Texte und Textausschnitte von der Jahrhundert- bis zur Jahrtausendwende, von
der Physik über die Psychologie und Philosophie bis zur Literatur und den
Künsten und porträtiert so eine Blütezeit Wiener Wissenskultur.
Über »Wissenskultur« zu schreiben, heißt das sichtbar
zu machen, was der Soziologe Georg Simmel die »Seele des Körpers
der Kultur« genannt hat.
Der Herausgeber Peter Bettelheim stellt so zwei Formen sprachlicher Erkenntnis
in einen Zusammenhang: die Prosa des Wissenschaftlichen und die erzählende
Poesie als Improvisation mit dem Sprachmaterial. Was als Unvereinbarkeit erscheint,
ist jedoch, wie der Physiker und Kybernetiker Heinz von Foerster anmerkte, gerade
»der Charme des Wiener Denkens: Das Spielen mit dem Widerspruch; eliminiert
wird der Schrecken der Paradoxien«.
Peter Bettelheim: Als Kind österreichischer Flüchtlinge
in der Schweiz geboren und in Wien aufgewachsen. Studium der Sprachwissenschaft,
was den Interessen an Wissenschafts- und Ideengeschichte sowie Literatur durchaus
förderlich war. Unregelmäßig Veröffentlichungen zu Themen
und Fragen von Sprache und Gesellschaft, von Kultur und Politik. Daneben viele
Jahre als Buchhändler tätig.