
Klaus Amann / Fabjan Hafner (Hg.)
Freund und Feind
Über literarische Vor- und Gegenbilder
192 S. [2004] EUR 19,80
ISBN 3 85449 215 4
Klaus Amann und Fabjan Hafner haben eine Reihe renommierter Schriftstellerinnen
und Schriftsteller aus Österreich eingeladen, in essayistischer Form
Auskunft zu geben über ihre literarischen Vor- und Gegenbilder. Eine
spannende Herausforderung, wie sich zeigt.
Der Titel geht aggressiv zur Sache: Freund und Feind. – Das provokante
Schwarz-Weiß-Schema der Ausgangsfrage sollte zur Klärung der Verhältnisse
dienen: wo schließe ich an, wo werde ich literarisch gefesselt, wo setze
ich mich lieber ab. Dieses Konzept ist in erstaunlicher Deutlichkeit aufgegangen.
Die Auskünfte, die auf die Frage gegeben wurden, werden überraschen.
Nicht zuletzt auch damit: Wenn der zuletzt heftig diskutierte Begriff einer
›österreichischen Literatur‹ auch etwas mit den persönlichen
Vorlieben und literarischen Vorbildern österreichischer Autoren und Autorinnen
zu tun haben sollten, dann liegen die Wurzeln der gegenwärtigen Literatur
des Landes überall, in Japan, Südamerika, Russland usw. –
nur nicht in Österreich.
So lässt sich das Register der in den elf Essays besprochen Schriftsteller
und Schriftstellerinnen, das den Band abschließt – gleichgültig
ob es sich um Vorbilder oder nicht handelt –, auch als eine weltliterarische
Liste aktueller Lektüreempfehlungen lesen und gebrauchen.
Mit Beiträgen von: Alois Brandstetter, Lucas Cejpek, Franz Josef Czernin,
Leopold Federmair, Helga Glantschnig, Kurt Neumann, Elisabeth Reichart, Evelyn
Schlag, Ferdinand Schmatz, Franz Schuh und Marlene Streeruwitz.