
aktion 21 – pro Bürgerbeteiligung (Hg.)
Raus aus der Sackgasse
Bürgerinitiativen und Bürgerbeteiligung in Wien
Mit einem Vorwort von Anneliese Rohrer
280 S., zahlreiche Farbabb., Broschur
Format: 13,5 x 21 cm
€ 19,90
ISBN 978 3 85449 324 2
»Unter den im Buch […] beschriebenen Interessensgruppen […]
findet der Leser in dieser bisher einzigartigen Aufstellung viele alte Bekannte:
Etwa den (verlorenen) Kampf um die mittlerweile in Trümmern liegende „Stadt
des Kindes“, die mit 50 Bestandsjahren älteste Bürgerinitiative
Wiens gegen den Gestank der Müllverbrennungsanlage Flötzersteig oder
brandaktuelle Konflikte wie den derzeit eskalierenden Streit um einen Hotelbau
der ÖVP im Tivolipark Meidling. Anschaulich wird gezeigt, wie engagierte
Bürger die Stadt verändern und fragwürdige Geld-, Grün-
und Baudenkmal-Vernichtung stoppen können – oder auch nicht.«
Wiener Zeitung
Stellen Sie sich Wien heute vor ohne ubverbauten Wienerwald, ohne Naschmarkt,
mit verbauten Steinhofgründen und einem Spittelberg, wo statt der Biedermeierhäuser
neue Wohnbauten stünden. Undenkbar!?
Um 1970 drangen Pläne der Stadt Wien an die Öffentlichkeit, den Spittelberg
zu schleifen und auf dem Areal moderne Wohnhäuser zu errichten. Eine kleine
Gruppe von feinfühligen Architekten, Denkmalpflegern und Bewohnern des
Grätzls gründeten daraufhin die Bürgerinitiative »Rettet
den Spittelberg«.
Eine andere Bürgerinitiative konnte 1960 im letzten Moment verhindern,
dass Stände des Naschmarktes bis zur Schleifmühlgasse abgerissen werden.
Heute gehört dieser Markt im Herzen Wiens zu den beliebtesten Orten für
viele Bewohner und viele Touristen aus aller Welt. Ein Mikrokosmos, der seinesgleichen
sucht!
Ebenso würden sich die Steinhofgründe heute nicht als Naturjuwel darbieten,
hätten nicht engagierter Bürger 1981 eine Volksbefragung erzwungen.
Mehr als 53% der Wiener stimmten gegen eine Verbauung, worauf das Gelände
als Erholungsgebiet gewidmet wurde – ein überzeugender Sieg der direkten
Demokratie!
Hätte es nicht in diesen drei und vielen anderen Fällen Bürgerinitiativen
gegen solche Vorhaben gegeben, wäre Wien heute um einige herausragende
Sehenswürdigkeiten, Parkanlagen und Naherholungsgebiete ärmer. Politiker,
die heute agieren, wissen oft gar nicht, wem sie die Lebensqualität dieser
Stadt zu verdanken haben.
Doch die Betonierer, Baumfäller und Denkmalzerstörer schlafen nicht
und planen Hochhäuser, Tiefgaragen, Durchzugsstraßen und Einkaufszentren
ohne Ende. Hand in Hand damit geht die Vernichtung der identitätsstiftenden
Stadtlandschaft.
Raus aus der Sackgasse ist ein
Stadtbuch der anderen Art: Es weist den Weg aus der demokratiepolitischen Sackgasse
und illustriert diesen mit einem Überblick über 33 der zur Zeit in
Wien aktiven Bürgerinitiativen, die sich zu aktion 21-pro Bürgerbeteiligung
zusammengeschlossen haben. Und es zeigt, dass es sich dabei nicht um Einzelfälle
handelt und dass die Menschen in keinem Bezirk davor gefeit sind, einem dieser
Anschläge auf die urbane Lebensqualität zum Opfer zu fallen. Die gefährdeten
Orte reichen vom Augarten bis Breitensee, von Grinzing über den Bahnhof
Wien Mitte und die Sofiensäle bis zum Landstrasser Gürtel.