
Gertrude Moser-Wagner (Hg.)
Zugunruhe
Migrierende Kunst und Wissenschaft
112 S., Broschur
Format:13,5 x 21 cm
€ 18,–
ISBN 978 3 85449 342 6
Dieses Unternehmen nimmt Ausgang auf der
kleinen süditalienischen Insel Ventotene, einer »Rastinsel« für
die »Langstreckenzieher« von Europa nach Afrika und retour –
die Insel verfügt über ein »Museo della Migrazione degli Uccelli«,
ein Vogelzugmuseum. Ventotene war aber auch eine über die Jahrhunderte berüchtigte
Verbannungsinsel, besonders zur Zeit des Faschismus.
Migration und schädigender Nationalismus, zwischen diesen beiden Markierungen
siedelt die Künstlerin Gertrude Moser-Wagner ihr Projekt Zugunruhe
an. Es führt die mögliche gegenseitige Bereicherung von Kunst und Wissenschaft
eindrücklich vor Augen: Vogelzugforschung, Literatur, Politikwissenschaft,
Philosophie und bildende Kunst begegnen sich hier auf einer transdiziplinären
Ebene.
Der titelgebende ornithologische Begriff bezeichnet das Flügelschlagen der
Zugvögel im Sitzen, wenn die Zeit zum Losfliegen gekommen ist. Der offene
Leser kann mit diesem Buch ebenfalls in neue Gefilde aufbrechen, einen Erkenntnisprozess
auslösen und der Konstruktion von künstlerischen und politischen Wirklichkeiten
ein Stück weit auf die Schliche kommen.
Mit Beiträgen von
Nanni Balestrini, Leonardo Cocchi, Judith Egger, Andrea Ferri, Bengt Emil Johnson,
Margret Kreidl, Judith Kröll, Monika Mokre, Gertrude Moser-Wagner, Martin
Rössler, Burghart Schmid.
Gertrude Moser-Wagner, geb. 1953, Studium der Bildhauerei bei
Bruno Gironcoli an der Akademie der bildenden Künste in Wien, seit 1982 verschiedene
universitäre Lehrtätigkeiten, als Kuratorin ist ihr das Zusammenführen
von Kunst und Wissenschaft ein Anliegen, als Künstlerin arbeitet sie vornehmlich
mit Fotografie und Video und betreibt Projekte im öffentlichen Raum.