
Gerhard Scheit / Wilhelm Svoboda
Treffpunkt der Moderne
Gustav Mahler, Theodor W. Adorno, Wiener Traditionen
252 S., Broschur
Format: 13,5 x 21 cm
€ 19,90
ISBN 978 3 85449 332 7
»Scheit und Swoboda [unternehmen] auf hohem
theoretischem Niveau, doch in verständlicher Sprache ihre Tour d'Horizon
zu Gustav Mahler und der Moderne […] Dass sie Musik dabei als gesellschaftliche
Praxis begreifen und die Mahler-Rezeption ins Politische wenden, verleiht dem
Buch reichlich Zündstoff – solcher jedoch ist im Mahler-Jahr umso
notwendiger, als dass Mahler zur unangefochtenen Jungendstilikone emporgejubelt
zu werden droht, die er nie war – und vor allem nie sein durfte.«
NZZ am Sonntag, Bücher am Sonntag
Die Kultur- und Musikwissenschaftler Gerhard Scheit und Wilhelm Svoboda rücken
die These in den Mittelpunkt, dass an der Durchsetzung der Moderne in Wien das
Engagement für Gustav Mahlers Musik großen Anteil hatte. Wien wird
als spezifischer »Treffpunkt der Moderne« gesehen – die Autoren
greifen dabei auf die Schriften Adornos zurück, weil darin die Bestimmungsmerkmale
der Moderne im 20. Jahrhundert fokussiert werden können und die inneren
Gegensätze der Moderne hervortreten.
Mahlers Musik wird von Adorno (auch) als
Kritik einer Moderne verstanden, die sich selbst zurücknahm und darum in
Wien nach 1945 heimisch wurde, repräsentiert vor allem durch das Spätwerk
von Richard Strauss. Das Buch zeichnet Adornos Strategien, Mahler in Wien gegen
diese »halbierte« Moderne durchzusetzen von den zwanziger Jahren
bis in die sechziger Jahre nach, wobei hier auf wertvolle neue literarische
Textquellen, eine in den letzten Jahren erstaunlich gewachsene Forschungsliteratur
zu Adorno und vor allem die zuletzt erschienenen Ausgaben von Briefen und Dokumenten
zurückgegriffen werden kann.
Die Autoren stellen abschließend die Frage, ob nach der scheinbar geglückten Etablierung von Mahlers Musik im Konzertsaal etwas geblieben ist von jenem Begriff der Moderne, den Adorno durch sie entfalten konnte.
Gerhard Scheit, geb. 1959, studierte Musik und Theaterwissenschaft
in Wien, Philosophie in Berlin, lebt als freier Autor und Kulturwissenschaftler
in Wien.
Wilhelm Svoboda, geb. 1953 in Wien, studierte Politikwissenschaft und Völkerkunde in Wien, Referent für den Arbeitsbereich Politische Dokumentation im Wiener Stadt- und Landesarchiv.
Bereits bei Sonderzahl erschienen:
Scheit, Gerhard / Svoboda, Wilhelm
Feindbild Gustav Mahler
Zur antisemitischen Abwehr der Moderne in Österreich
340 S. [2002] EUR 25,–
ISBN 385449 196 4